Warhammer 40.000 [Spielemontag]

Willkommen am Spielemontag

Heute stelle ich euch aus der Untergruppe „Tabletop“ das Spiel Warhammer 40.000 (40k) vor.

Zuerst eine allgemeine Erklärung über Tabletopgames. Zum Unterschied zu herkömmlichen Brettspielen wird bei Tabletop auf einem Gelände, ähnlich dem einer Modelleisenbahn, gespielt. Wird das Gelände bei einer Modellbahn der Natur so genau wie Möglich nachempfunden, ist das bei Tabletop leider nicht möglich, außer in sehr kleinen Maßstäben. Der Grund liegt darin, das beim TT Figuren und Fahrzeuge über das Gelände bewegt werden müssen und an ihrem Standort auch stehen bleiben sollen. Daher haben wir lauter Stufenpyramidenförmige, oben flache Hügel, dichte Wälder aus drei Bäumen usw. Es gibt zwar vorgefertigtes Gelände verschiedener Anbieter, die meisten Spieler investieren ihr Geld aber lieber in Figuren.

Der Maßstab bei TT ist nicht, wie üblich, in einem Verhältnis angegeben (1:87, 1:35, usw), sondern in der Größe einer menschlichen Figur. Wir spielen also zB im 15mm oder im 25mm Maßstab….Warhammer 40K ist im 28mm Maßstab, das entspricht ca 1:48 im Modellbau. Der kleinste Maßstab den ich kenne ist 2mm, der Größte 120mm. Natürlich ist der Maßstab vom geplanten Spiel abhängig. Im 2mm Maßstab spielt man zB Napoleonische Ära, wobei die Anzahl der Figuren den tatsächlich an der Schlacht beteiligten Soldaten schon recht Nahe kommt (Austerlitz 78000 Franzosen gegen 85000 Österreicher und Russen), 120mm hingegen wird für Spiele auf Krieger gegen Krieger, maximal vier Figuen pro Seite, verwendet.

Die Armeen bei TT werden üblicherweise nach Punkten zusammengestellt. Die Punktewerte findet man in den jeweiligen Armeebüchern. Bei SiFi- oder Fantasygames ist es üblich das es für jede Armee ein eigenes Buch gibt, da jede Armee ihre eigenen Truppen, Fahrzeuge, Monster usw besitzt, dis sich auf Grund von rassischen Besonderheiten und technischen Fertigkeiten auch nicht erbeuten lassen. Beim historischen TT gibt es üblicherweise ein Buch für eine Epoche, also Napoleon, 30-Jähriger Krieg, Kreuzzüge, 1. Weltkrieg usw. Eine Ausnahme ist nur der 2. Weltkrieg, da der Technologiesprung in den sieben Kriegsjahren gewaltig war und daher die Armeen von Jahr zu Jahr stark unterschiedlich aussehen.

Warhammer 40K gehört zu den einfacheren Systemen, die Grundregeln umfassen gerade einmal acht A5 Seiten. Wenn man tifer in die Materie eingedrungen ist kommen dann noch Missionsspezifische Regeln, wie Nachtkampf, Reserven, spezielles Gelände usw, dazu.

Die Armeen werden üblicherweise nach Punkten zusammen gestellt. Wir spielen aktuell kleine 1000-Punkte Gefechte. Doch selbst da kommen die Unterschiede der Armeen schon zum Tragen. Als Beispiel, meine Space Marines vom Orden der Ultramarines, durch zusätzliche Organe und extremes Trainig verbesserte Menschen, umfassen derzeit einen Captain als Kommandant, einen Leutnant als Stellvertreter, 10 Primaris Intercessors, die sind noch einmal verbessert, 10 Taktische Marines, 10 Scouts, 5 Terminatoren, Marines in schwerer Panzerung, und 1 Dreadnought, ein Marine, der im Kampf so schwer verwundet wurde das sie seinen Körper nicht mehr herstellen konnten, daher wurde er in einen Dreadnought eingebettet, eine Art Roboter.

Als Vergleich, meine Orks vom Goffclan umfassen einen Waaghboss als Kommandant, einen Wyrdboy, ein Psioniker (noch nicht ganz fertig bemalt und zusammengebaut, Schande über mich!), 1 Mob Nobz, das sind die größten und stäksten Orks im Clan, 2 große Mobs Orkboys, drei Killakopter (Hubschrauber halt), ein Pikk-Up, das ist ein Truppentransporter und ein Big Trukk, ein Panzer. Doe Orks sind also zahlenmässig überlegen, was bei höheren Punktemengen immer schlimmer wird, die Marines sind aber eine reine Elitearmee. Selbst die Scouts, Marines in Ausbildung, sind schon jedem normalen Menschen weit überlegen.

Die Regeln sind denkbar einfach. Jedes Modell hat einen Bewegungswert, angegeben in Zoll von 1 bis 16. Marines und Orkboys bewegen sich 5″, die Killakopter 14″. Man benötigt zum Spielen also ein Maßband mit Zolleinteilung. Die Bewegung wird als ausgemessen. Natürlich muss ein Modell seine Bewegung nicht aufbrauchen. Nach der Bewegung kommt die Psi-Phase. Psioniker können versuchen eine oder mehrere Psifähigkeiten einzusetzen. Ob man dabei Erfolg hat entscheiden die Würfel und auch kluge Taktik. Der Wyrdboy der Orks bekommt einen Bonusopunkt auf sein Wurfergebniss für jeweils 10 Orks im Umkreis von sechs Zoll. Nach der Psiphase wird geschossen. Auch hier entscheiden die Würfel. Naja, und was halt dabei raus kommt wenn man jahrelang warmes Bier drinkt (die meisten Systeme kommen aus England, dort ist das ein durchaus anerkanntes Hobby). Marines treffen auf 3+, Orks auf 5+, aber gut irgendwo her müssen die höheren Punktekosten der Marines ja kommen. Bei einem Treffer entscheidet ein weiterer Würfelwurf ob es tatsächlich zu einer Verwundung kommt und wenn das der Fall ist steht dem Getroffenen möglicherweise noch ein Rüstungswurf zu (Marines 3+, Orks 6+). Marines können also einiges an Beschuss einstecken, Orks fallen wie die Fliegen. Bis jetzt. Denn jetzt kommt der Nahkampf. Der normale Marine hat eine Attacke im Nahkampf, der Ork startet mit zwei. Die meisten Orks sind mit einer Nahkampfwaffe, genannt Spalter, ausgerüstet, einfach ein großes schwertartiges Ding. Das bringt eine weitere Attacke. Und wenn der Mob (die Einheit) 20 oder mehr Modelle umfasst gibt das einen psychologischen Schubs und eine weitere Attacke. Also vier. Das sind bei einem vollen Mob (30 Orks) 120!!! Attacken. Sie treffen auf 3+, also rein rechnerisch 80 Treffer, verwunden auf 4+, macht 40 Verwundungen, Marines schaffen ihren Rüstungswurf auf 3+, verhindern also grob 27 Verwundungen. Da ein Space Marine Trupp 10 Mann stark ist…. bleibt keiner übrig.

Und so spielt man Warhammer 40K

Schwere Waffen und Panzer geben dem Spiel in erster Linie Farbe, ihre Auswirkung ist vergleichsweise gering, da ein Großteil der Armeen aus Infanterie besteht und eine schwere Laserkanone zwar einen Panzer vernichten kann, aber trotzdem nur einen Infanteristen erschiesst.

Der Hintergrund ist schon etwas komplexer. Das Spiel findet im 40. Jahrtausend statt (daher der Name). Die Menschheit kontrolliert einen Großteil der Galaxis, ist jedoch an allen Fronten im Krieg. Neben den Space Marines gibt es auch die Reguläre Armee, das Astra Militarum und die Techpriester des Adeptus Mechanikus, die auch die größten Kampfmaschinen im Spiel, die Titans, kontrollieren. Nicht das man die oft sieht, ein Warlordtitan ist ca 70cm hoch und kostet nur die Kleinigkeit von ca. 1600 Euro. Ist halt was für Fanatiker. Es gibt den Urfeind, das Chaos, dessen Götter Inkarnationen der Menschlichen Triebe und Ängste sind (Gewalt, Lust, Seuchen, Veränderung). Außerdem muss sich das menschliche Imperium den Platz mit mehreren anderen Rassen teilen und von ausserhalb der Galaxis kommen auch noch ein paar neue Spielgenossen.

Aktuell gibt es folgende Armeen (Auflistung zur Darstellung der Vielfallt): Space Marines (daraus lassen sich die Orden der Ultramarines, Imperial Fists, Raven Guard, White Scars, Black Templer, Crimson Fists, Salamander und deren Nachfolgeorden generieren), Blood Angels (Space Marines mit dem Vampirgendefekt), Space Wolves (die Werwölfe dazu), Dark Angels (ein sehr geheimnissvoller Orden), Death Watch (Marines mit der Sonderaufgabe der Alienjagd), Grey Knights (ein Orden aus Psioniker, speziell zur Dämonenbekämpfung), Astra Militarum (quasi das Bundesheer, nur mit Waffen), Adeptus Mechanikus (kaum mehr Menschen, mehr Maschinen), Eldar (das Elfenequivalent), Dark Eldar (die Dunkelelfen halt), Orks (selbsterklärend), Tyraniden (das ist die Armee die von den meisten Menschen als Aliens bezeichnet werden würde), die Tau (eigentlich Komunisten, alle kämpfen für das höhere Wohl), Necrons (die Untoten), Chaos Space Marines (zum Chaos übergelaufene Orden), mit den Unterarmeen Death Guard (gehören dem Seuchengott Nurgle) und Thousend Sons (gehören dem Wandler Tzeentch), Dämonen, und Genestealer Cults (mutierte Menschen die Aliens verehren).

Das Spiel gibt es seit 1988 und befindet sich derzeit in der achten Edition. Die aktuelle Startbox enthält das Regelbuch mit ausführlicher Hintergrundsektion, zwei spielbare Armeen (Space Marines vs. Death Guard) und Würfel. Ein Maßband ist erforderlich, da der beigefügte Maßstab eher ein Witz ist. Zwei bis dreimal im Jahr erscheinen Sonderstartboxen mit anderen Armeen, die es dann aber nur für kurze Zeit gibt. Der Preis einer Startbox liegt aktuell bei 125,-, je nach Spielegeschäft gibt es auch noch Rabatt. Armeebücher kosten zwischen 25 und 35,- Figurenboxen von 20,- bis 70,- und die wirklich großen Dinge über 100.- Der Hersteller ist im Moment Marktführer und bietet auch noch eine Unterfirma, die sich auf große Panzer und Monster spezialisiert hat (siehe Warlordtitan weiter oben).

Zum Spielen benötigt man wenigstens eine Fläche von 120×120 cm, Turniergröße ist 180x120cm. Wer daheim keinen Platz hat kann in den meisten Geschäften gegen andere Spieler antreten. Ich empfehle ausdrücklich als Anfänger Clubs zu meiden. Die meisten behandeln Neulinge nicht gut.

Über die beiden Nebenaspekte des Tabletophobbys, Figuren bemalen und Gelände bauen, werde ich den einen oder anderen Artikel für die Mittwochrubrik verfassen.

Viel Spass beim ausprobieren

Dark Priest.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.